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Orgelreise 2004
Historische Orgeln im Elsass - 3. bis 9. Oktober 2004
Der elsässische Orgelbau erlebte mit dem Wirken der
Orgelbaufamilie Silbermann in den Jahren 1706 bis 1786 einen gewaltigen
Aufschwung. Vater Silbermann, Andreas (1678-1734), kam 1699 von Sachsen nach
Strassburg und liess sich dort nieder. Sein Sohn, Johann Andreas (1712-1783),
wurde sein Erbe. Die klassische Orgelbaukunst der Silbermanns zeichnet sich aus
durch Gleichgewicht, Erhabenheit und Eleganz.
Nach der Revolution wurde die elsässische Orgellandschaft geprägt durch die
Orgelbaufirma Callinet, die 1837 bis 1843 ihren Höhepunkt erreichte und deren
tragende Kraft Joseph Callinet (1795-1857), Sohn des Firmengründers François
Callinet (1754-1820), war. Wie die Silbermann-Orgel, so zeichnet sich auch die
Callinet-Orgel aus durch vollkommenes Handwerk, Klangschönheit und Harmonie.
Stilistisch zeigt sie sich als farbig, feinsinnig intoniertes Instrument, das
richtungsweisend wurde für den elsässischen Orgelstil des 19. Jahrhunderts.
Traditionell orientiert baute auch die Werkstatt der Familie Stiehr-Mockers,
deren Vater, Michael (1750-1829) aus Würzburg einwanderte, und die von 1780 bis
1860 wirkte. Stilistisch folgen Ihre Instrumente neueren Tendenzen der
elsässischen Orgelkunst des 19. Jahrhunderts (Gemshorn, Fugara, Traversflöte
aus Holz).
Unsere Reise führt zu einigen der schönsten erhaltenen und restaurierten
Orgeln dieser Orgelbauer.
Zusätzlich besichtigen wir Meisterwerke der sakralen Kunst, architektonische
Glanzstücke der romanischen und gotischen Periode und als Bildwerk einer der
kostbarsten Schätze des Elsass, Matthias Grünewalds Isenheimer Altar (2.
Jahr-zehnt des 16. Jh.).
Wir wohnen im ehem. Odilienkloster auf dem heiligen Berg des Elsass, dem
Odilienberg, einem Punkt, der vom Gang einer jahrtausendlangen Geschichte
geprägt ist und dem sich die Schönheit einer gesegneten Landschaft zu Füssen
legt.
Reiseprogramm
1. Tag: Zürich - Basel - Arlesheim - St. Odile
Fahrt nach Basel. Bach-Orgelkonzert in der Kirche St. Leonhard (spät-got.
Hallenkirche, erbaut 1480-1520; Orgel urspr. Andreas Silbermann 1718/Johann
Andreas Silbermann 1770, Renov. Fa. Kuhn 1971). Fahrt nach Arlesheim.
Orgelvorführung in der barocken Stiftskirche (erbaut 1679-87 u. 1759-61); Orgel
Johann Andreas Silbermann 1761, Rest. Fa. Metzler 1959-62). Fahrt ins Elsass auf
den Odilienberg (763 m.ü.M.). Gemeinsames Abendessen in den Räumen des ehem.
Klosters, Zimmerbezug in der Hotellerie des Odilienberges.
2. Tag: Marmoutier - Saverne - Neuwiller-lès-Saverne - Wasselone
Fahrt nach Marmoutier. In der ehem. Abteikirche Vorführung der Orgel von
Andreas Silbermann aus dem Jahre 1709. Die Abteikirche fasst in perfekter
Harmonie die Baustile der Romanik, der Gotik und des 18. Jh. zusammen. Fahrt
nach Saverne. Weiterfahrt nach Neuwiller-lès-Saverne. Die mittelalterlichen und
barocken Gebäude der Stiftsanlage bilden einen Komplex von seltener Schönheit.
Besichtigung der Abteikirche und der Wandteppiche des heiligen Adelphus. Fahrt
nach Wasselone. Oeffentliches Orgelkonzert mit Werken von François Couperin
(1668-1733) auf der Johann Andreas Silbermann-Orgel (1745) in der evang. Kirche
von Wasselone.
3. Tag: Barr - Guémar - Andlau - Obernai
Fahrt nach Barr. In der evang. Kirche Vorführung der Orgel von Stiehr-Mockers
aus dem Jahre 1852. Fahrt nach Andlau. Besichtigung der ehem. Abteikirche
(9./11. u. 17./18. Jh.). Weiterfahrt nach Guémar. In der kath. Kirche
Vorführung der Orgel der Gebrüder Callinet aus dem Jahre 1843. Fahrt nach
Obernai. In dieser ehem. kleinen Reichsstadt ist wie kaum irgendwo sonst in
solcher Geschlossenheit das alte Gepräge der Strassen, Gassen und Plätze
erhalten geblieben.
4. Tag: Strassburg
Fahrt nach Strassburg. Bach-Orgelkonzert in der evang. Kirche St. Thomas (erbaut
im 13./14. Jh.) auf der Orgel von Johann Andreas Silbermann aus dem Jahre 1741.
Kunstführung in der Kathedrale Notre Dame (13.-15. Jh.). Die Kathedrale vereint
rheinische Tradition mit der Gotik der Ile de France; ihr Westbau ist eine der
vollkommensten Verkörperungen dessen geworden, was Gotik ist und will. Besuch
im Museum Oeuvre Notre Dame, in dem sich u.a. mehrere Originalstatuen der
Kathedrale befinden. Orgelvorführung in der evang. Kirche St. Guillaume
(Prospekt der Orgel von Andreas Silbermann 1728/Werk 1986-87 neu erbaut von Yves
Koenig nach ästhetischen Grundsätzen des Bruders von Andreas Silbermann,
Gottfried Silbermann (1683-1753), der in Sachsen tätig war.)
5. Tag: Bischoffsheim - Molsheim - Altorf - Rosheim
Fahrt nach Bischoffsheim. Orgelvorführung in der kath. Kirche St. Aure-lié auf
der Orgel von Stiehr-Mockers aus dem Jahre 1848. Fahrt nach Molsheim.
Besichtigung der Jesuitenkirche (erbaut 1614-18). Fahrt nach Altorf. Vorführung
der Orgel (Silbermann 1729, Stiehr-Mockers 1850, Rinckenbach 1884) in der ehem.
Abteikirche St. Cyriak (12. Jh. u. 1725). Fahrt nach Rosheim. Besichtigung der
Pfarrkirche St. Peter und Paul. Mit dieser Kirche (12. Jh.) hat die
elsässische, staufische Entwicklung der romanischen Baukunst einen Gipfelpunkt
erreicht und zu ihrer reinsten Form gefunden.
6. Tag: Ebersmünster - Sélestat - Sermersheim - Colmar
Fahrt nach Ebersmünster. Vorführung der Orgel von Andreas Silbermann aus dem
Jahre 1732 in der Kirche der ehem. Benediktinerabtei. Die barocke Kirche wurde
in den Jahren 1719-27 vom Vorarlberger Baumeister Peter Thumb erbaut und ist
eines seiner schönsten Denkmale. Fahrt nach Sélestat. Weiterfahrt nach
Sermersheim. In der kath. Kirche St. Jean Baptiste Vorführung der
Callinet-Orgel aus dem Jahre 1836. Fahrt nach Colmar. Besuch im
Unterlinden-Museum. Das Museum ist im ehem. Dominikanerkloster untergebracht und
beherbergt wahrhaft unermessliche Schätze (u.a. auch Matthias Grünewalds
Isenheimer Altar).
7. Tag: Riquewihr - Murbach - Guebwiller - Soultz - Zürich
Fahrt in das mittelalterliche Städtchen Riquewihr. In der evang. Kirche St.
Marguerite Vorführung der Orgel von Stier-Mockers aus dem Jahre 1853. Fahrt
nach Murbach. Im 12. Jh. war Murbach die mächtigste aller Reichsabteien. Die
Abteikirche, deren Langhaus 1740 abgebrochen wurde, gehört mit dem verbliebenen
Rest zum Gewaltigsten, das die elsässische Romanik hinterliess. Fahrt nach
Guebwiller. Weiterfahrt nach Soultz. In der kath. Kirche St. Maurice Vorführung
der Orgel von Johann Andreas Silbermann aus dem Jahre 1750. Fahrt nach Zürich.
Im Preis inbegriffen:
- Fahrt mit dem Bus gemäss Programm.
- Unterkunft in der Hotellerie des Odilienberges. (Bitte beachten Sie, dass es
sich bei dieser Unterkunft um einen von den Schwestern vom Heiligen Kreuz
geführten Gästetrakt im ehem. Kloster handelt. Die Zimmer sind einfach, Dusche
und WC befinden sich auf den Etagen. Grundsätzlich herrscht ab 21.00 Uhr
Stille. Für unsere Gruppe bleibt aber während dieser Woche abends ein
Gesellschaftsraum geöffnet; es werden dort auch Getränke ausgeschenkt.)
- Frühstück in der Hotellerie.
- Besichtigungen, Führungen und Eintritte gemäss Programm.
- Orgelvorführungen.
Reiseleitung:
Ursina Caflisch, Organistin am Neumünster Zürich.
Kunsthistorische Führungen, Klaus Koenig, Tonmeister und Kunstkenner,
technische Leitung, Peter Christen-Caflisch.
Preis pro Person (Doppel- oder Einzelzimmer) CHF 1360.--.
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